fbpx

Vom tiefsten bis zum höchsten Punkt der Erde: 6 Uhren in Extremsituationen

Toolwatches sind beliebte Zeitmesser: Sie stehen für Abenteuer, Zuverlässigkeit und können oftmals auf eine beeindruckende Historie zurückblicken. Wir alle kennen die Geschichte der Rolex Explorer als erste Uhr auf dem Mount Everest und die der Omega Speedmaster als erster Zeitmesser auf dem Mond. Heute zeigen wir Ihnen sechs weitere Uhren, die atemberaubende Rekorde miterlebt haben. Erfahren Sie mehr!

Zuverlässige Zeitmesser in einer analogen Welt

Wenn wir uns heute in Extremsituationen begeben, dann sind wir in der Regel bestens ausgestattet. Selbst auf der Straße begleiten uns inzwischen allerhand Assistenzsysteme, die eine größtmögliche Sicherheit gewährleisten sollen. Totwinkel-Assistent, Abstandstempomat und adaptives Fernlicht sind nur ein kleiner Teil der zahlreichen Helfer, die man in vielen zeitgemäßen Autos findet. Auch in Flugzeugen, U-Booten oder beim Tauchen verlassen wir uns heutzutage auf den neuesten Stand der digitalen Technik.

Vor einigen Jahrzehnten war alles anders: Als die Welt noch nicht digital war, war man auf analoge Helfer angewiesen. Von daher verwundert es nicht, dass die großen Abenteuer mit Uhren überwiegend aus der analogen Zeit stammen. Während es beim Einsatz von Uhren in Extremsituationen heutzutage in der Regel um Könnensbeweise geht, waren diese vor einigen Jahrzehnten essenzielle Hilfsmittel, die den extremen Situationen zuverlässig standhalten mussten.

1. Rolex Deepsea Challenge im Challengertief (1960)

Nur ein Jahr nach Entdeckung des Challengertiefs im Marianengraben, das sich (vereinfacht dargestellt) zwischen Australien und Japan befindet, wandte die Rolex SA sich an den Forscher und Tiefsee-Pionier Auguste Piccard, um dessen geplante Tiefsee-Expedition zum Challengertief zu unterstützen. Die Schweizer Manufaktur beabsichtigte, eine Uhr an der Außenwand des U-Boots zu befestigen und unter Beweis zu stellen, dass die Wasserdichtigkeit der Uhr dem tiefsten Punkt der Weltmeere standhalten kann.

Gesagt, getan: Am 23. Januar 1960 tauchte Auguste Piccards Sohn Jacques Piccard mit Don Walsh in der Trieste bis zum Grund des Challengertiefs – An der Außenwand der Trieste war die Rolex Deep Sea Special befestigt. Nach 20 Minuten am Meeresboden kehrten Piccard und Walsh zur Wasseroberfläche zurück. Dort stellte man fest, dass die Deep Sea Special die Tiefseereise unbeschadet überstanden hatte und nach wie vor präzise lief. Die Uhr und das Plexiglas sind extrem hoch. Diese Architektur ist den hohen Anforderungen an die Druckdichtigkeit geschuldet.

2. Bulgari Octo Finissimo Tourbillon Automatic

Dass Streben nach Außergewöhnlichem auch durch Uhrmacherkunst erreicht werden kann, beweist die Bulgari Octo Finissimo Tourbillon Automatic. Nachdem die Octo-Finissimo-Kollektion nun seit einigen Jahren auf dem Markt ist, scheint das Rennen um die flachste Uhr der Welt zwischen Piaget und Bulgari endgültig entschieden zu sein. Die Bulgari Octo Finissimo Tourbillon Automatic hat im Jahr 2018 gleich drei Rekorde aufgestellt und setzt die jährlichen Rekorde weiter fort: Flachstes Tourbillon aller Zeiten, flachste Automatikuhr aller Zeiten – und infolgedessen auch flachstes Automatik-Tourbillon aller Zeiten. Im Profil ist das 3,95 Millimeter Uhrengehäuse kaum dicker als das bereits sehr flache Armband. Zum Vergleich: Eine Jaeger-LeCoultre Grande Reverso Ultra Thin ist 7,3 Millimeter hoch, eine Patek Philippe Nautilus 8,3 Millimeter und eine Rolex Submariner 12,5 Millimeter.

Quelle: Bulgari

3. Cartier Santos und die ersten Motorflüge (1906)

Die erste Toolwatch der Welt stammt aus dem Jahr 1906, als die heute hauptsächlich als High-Jewellery-Seller bekannte Manufaktur Cartier für den Flugpionier Alberto Santos Dumont die Cartier Santos entwickelt hat. Dumont beschwerte sich bei Louis Cartier darüber, dass er beim Fliegen nicht auf seine Taschenuhr gucken konnte, da er beide Hände brauchte. So kam es, dass Cartier sich grundlegende Gedanken über die Handhabung von Zeitmessern machte und die Idee der Taschenuhr weiterentwickelte. In dem Jahr, in dem Alberto Santos Dumont seine Uhr von Cartier erhielt, führte er den ersten öffentlichen Motorflug der Welt mit einem Flugzeug durch. In den darauffolgenden Jahren stellte er – mit der Cartier Santos am Handgelenk – zahlreiche wegweisende Rekorde auf, die der heutigen Fliegerei ihren Weg ebneten.

4. Zenith Chronograph: Erste Reise zum Südpol (1910)

Der norwegische Seemann und Polarforscher Roald Amundsen startete im Jahr 1910 die Fram-Expedition, die bis ins Jahr 1912 andauerte und die erste Reise zum geographischen Südpol darstellte. Amundsen begann die Expedition in Oslo und reiste zunächst fünf Monate mit dem Schiff bis zur Bucht der Wale, der dem Südpol nächstgelegenen offenen Meeresstelle. Von dort aus brachen er und seine Gefolgsleute mit Hundeschlitten auf. Nach zehn Monaten erreichten sie schließlich den Pol. Amundsen trug während der gesamten Expedition eine Chronographen von Zenith, der extremen Wettereinflüssen standhalten musste – sowohl auf dem Meer als auch in der eiskalten Antarktis.

Im Jahr 2011 startete Johan Ernst Nilson anlässlich des 100. Jubiläums die „Pole2Pole“-Expedition, für die Zenith die auf 500 Exemplare limitierte El Primero Stratos Pole2Pole auf den Markt gebracht hat.

5. Mercedes Gleitze taucht mit einer Rolex Oyster durch den Ärmelkanal (1927)

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts waren die Selbstverständlichkeiten der Uhrenwelt, wie wir sie heute kennen, ein Novum: Sowohl Datumsanzeigen als auch das Thema Wasserdichtigkeit waren Neuland und alles andere als Selbstverständlich. Im Jahr 1926 hat Rolex die erste wasser- und staubdichte Armbanduhr entwickelt. Der Name: Oyster – In Anlehnung an eine Auster, die die kostbare Perle im Inneren schützend umschließt.

Nur ein Jahr später, im Jahr 1927, startete die britische Schwimmerin Mercedes Gleitze den Versuch, den Ärmelkanal zu durchqueren. Sie schwamm mehr als 15 Stunden am Stück und trug – mit einem Band um ihren Hals (und nicht an ihrem Handgelenk) befestigt – eine Rolex Oyster bei sich. Aufgrund der niedrigen Temperaturen und des hohen Seegangs scheiterte der Versuch. Die Uhr funktionierte hingegen tadellos und verschaffte Rolex weltweite Berühmtheit.

6. Sprung aus der Stratosphäre mit einer Zenith El Primero

Im Jahr 2012 stieg der österreichische Base-Jumper und Extremsportler Felix Baumgartner in die Stratosphäre (die zweite Schicht der Erdatmosphäre) auf, um aus knapp 40.000 Metern Höhe einen Fallschirmsprung auszuführen. Es war nicht nur der höchste Absprung in der Geschichte der Menschheit, sondern auch die längste Zeit und Strecke im freien Fall. Baumgartner erreichte eine Geschwindigkeit von mehr als 1.300 km/h und war damit der erste Mensch, der im freien Fall die Schallmauer durchbrach.

Nicht nur Red Bull, sondern auch Zenith unterstützten das Vorhaben von Felix Baumgartner. Während des Sprungs trug er eine Zenith El Primero Stratos Flyback Striking 10th. Die Uhr überstand die extremen Beschleunigungen, Höhen-, Druck- und Temperaturunterschiede unbeschadet und funktionierte auch nach der Rückkehr auf der Erde tadellos.

Nils Rau
Nils Rau

An upholder of justice in the world, our German editor Nils is a judge by profession, and a luxury watch enthusiast by passion. Much of his free time is dedicated to wristwatches by exploring watch blogs and online magazines, as well as keeping an eye out on the timepiece stock exchange market. His articles focus on brands, trends, as well as the philosophical questions within the world of fine watches.

No Comments Yet

Comments are closed