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Gerüchte um Rolex: Prognosen für die Baselworld 2019

Von der „Coke“-GMT bis zur Yacht-Master aus Edelstahl – was wird Rolex bei der Baselworld 2019 zeigen?

Wer den Niedergang der Baselworld hat kommen sehen, kann sich auch in diesem Jahr angesichts der anhaltenden Probleme der internationalen Uhrenmesse bestätigt fühlen. Nachdem die Messe im Vorjahr bereits verkürzt und die Ausstellerzahl reduziert wurde, haben sich für 2019 neue Probleme eingestellt.

Vergessen Sie den Brexit – der Swexit ist für Uhrenfans deutlich besorgniserregender: Die Swatch Group unter der Leitung von Nick Hayek verlässt die Messe. Das Unternehmen, dessen Portfolio 18 Marken mit so illustren Namen wie Breguet, Blancpain, Longines und auch Omega umfasst, hat seinen diesjährigen Verzicht auf eine Präsenz bei der Baselworld bekanntgegeben und stattdessen eine eigene, termingleiche Hausmesse in Zürich angekündigt. Weitere große Namen wie Raymond Weil und Maurice Lacroix haben sich ebenfalls gegen eine Rückkehr nach Basel entschieden.

Die in Genf stattfindende Uhrenmesse SIHH ist ebenfalls von Ausstellerabgängen betroffen und muss unter anderem auf Audemars Piguet und Richard Mille verzichten. Für 2020 haben sich beide Messen darauf geeinigt, ihre Termine so abzustimmen, dass Besucher und Journalisten die Möglichkeit haben, im Rahmen einer Reise in die Schweiz beide Veranstaltungen zu besuchen. Aber wird dies reichen, um dem Eindruck entgegenzuwirken, dass physische Präsentationen in der virtuell vernetzten Welt immer überflüssiger werden?

Rolex als Retter

Keine Sorge, noch naht das Ende nicht. Die Baselworld ist noch immer die mit Abstand größte Uhrenmesse der Welt und zählt nach wie vor Schwergewichte wie Patek Philippe, Breitling und die Marken der LVMH-Gruppe (TAG Heuer, Hublot, Zenith) zu ihren Ausstellern. Der wahre Gigant und immer mehr auch der Grundstein für die Baselworld ist jedoch Rolex. Da Rolex von wenigen Ausnahmen abgesehen nur anlässlich der Baselworld Ankündigungen vornimmt, ist und bleibt die Messe für die meisten Uhrenfans und Branchenbeobachter eine unverzichtbare Veranstaltung.

Im Vorjahr schlug die Marke mit der Krone hohe Wellen, als sie anlässlich der Baselworld neben vielen anderen aufregenden Modellen – von neuen Versionen der Daytona bis Deepsea – auch die neue GMT Master II in Edelstahl mit Pepsi-Lünette vorstellte. Ankündigungen wie diese sind es, die bei Fans für Hochspannung im Vorfeld der Baselworld sorgen. Was können wir nun in diesem Jahr erwarten?

Zerplatzte Träume

Jahr für Jahr spekulieren Fans darüber, was Rolex und andere Marken in Basel zeigen werden – und Jahr für Jahr erweisen sich die meisten Voraussagen als falsch. So wurden im vergangenen Jahr etliche Prognosen gestellt, die nie eintraten:

Der Vormarsch der Cerachrom-Lünette. Rolex ist offenbar stolz auf die Keramikeinlagen bei mehreren wichtigen Modellen (darunter auch der oben genannten Pepsi GMT). Viele Beobachter gingen daher davon aus, dass Cerachrom auch bei weiteren Modellen wie der Explorer II Einzug halten würde. Aber würde der übermäßige Einsatz von Cerachrom nicht die einzigartigen Identitäten der unterschiedlichen Modellreihen beschädigen?

Coke. Seit Rolex 2014 die Pepsi GMT mit Goldgehäuse lancierte, wurde vielfach spekuliert, dass eine neue Version mit schwarz-roter „Coke“-Lünette folgen würde. Tatsächlich wurde aber 2018 eine weitere Pepsi vorgestellt. Setzt Rolex auf eine einzige Erfrischungsgetränkeformel für die GMT oder räumt man Cola die Chance auf eine Revanche ein? Kein Zweifel, dass die Nachfrage besteht, aber hat sich Rolex jemals nach Banalitäten wie den Marktkräften gerichtet?

Die Cellini-Frage. Die Cellini ist von den im aktuellen Programm befindlichen Modellfamilien wohl diejenige, der am wenigsten Beachtung geschenkt wird. Seit der letzten bedeutenden Überarbeitung sind viele harte Jahre vergangen – sollte es 2019 endlich wieder so weit sein?

Zukunftsvisionen

Sollten sich die Fehlprognosen der vergangenen Jahre 2019 endlich doch bewahrheiten? Unmöglich, das vorauszusagen, denn Rolex ist in den letzten Jahren immer unberechenbarer geworden. Zwar folgt das Unternehmen nach wie vor weitgehend seiner Philosophie der behutsamen, fast unmerklichen Anpassung, hat aber auch gelegentlich mit beachtlichen Sprüngen überrascht. Welche Prognosen sind nun am fundiertesten?

Milgauss. Neben der Cellini ist die Milgauss wohl diejenige Rolex-Modellfamilie, die am dringendsten etwas frischen Wind gebrauchen könnte. Als Instrumentenuhr der Professional-Serie mit Stahlgehäuse sticht diese antimagnetische Traumuhr besonders heraus, denn alle vergleichbaren Uhren des Herstellers sind mittlerweile längst mit neuen Editionen vertreten. Dies verwundert umso mehr, als die modernsten 32xx-Kaliber selbst mit zahlreichen antimagnetischen Komponenten bestückt sind.

Die altbewährte Submariner. Die Sub ist vielleicht die beliebteste Rolex-Uhr überhaupt und wurde in den vergangenen 10 oder 20 Jahren von den Rolex Design-Teams mit der größten Aufmerksamkeit bedacht. 2018 jedoch ließ man der Modellfamilie erstaunlicherweise keinerlei Änderungen angedeihen. Möglicherweise bereitete man sich auf bedeutende Submariner-Aktivitäten für 2019 vor – neue 3235-Kaliber wären ein sinnvoller Ausgangspunkt.

Mehr Stahl. War die 2018er GMT ein Signal für eine neue Bereitschaft, wichtige Modelle in (vergleichsweise) erschwinglichen Edelstahlversionen anzubieten? Hier denkt man an Uhren wie die Yacht-Master, aber auch an Modelle, die im Vorjahr in Gold- oder Bicolor-Ausführungen lanciert wurden, wie etwa die Datejust 36. Dürfen wir es sogar wagen, von einer Day-Date zu träumen?

Etwas für die Damen. Man kann mit Recht sagen, dass sich Rolex in den vergangenen Jahren bei den Damenuhren weniger stark profiliert hat, daher gehen Beobachter davon aus, dass man sich 2019 stärker an Uhrenliebhaberinnen richten wird. Wird die Marke mit der Krone dem Markttrend folgen und sportliche Uhren in Damen- oder Unisexgrößen anbieten?

Angesichts dieser Prognosen kann man ins Schwärmen geraten… Was auch immer passieren wird, CHRONEXT wird berichten. Bleiben Sie dran und teilen Sie mit uns die Vorfreude auf die neue Saison! 

John Wallis
John Wallis

Living and working in London, John has been writing about watches since graduating university. He got his start at SalonQP, London's finest watch show, where he was inspired by the breadth and creativity of the modern industry. His fascination with mechanical horology has only grown from there.

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